Obwohl in der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen die Beendigung der weiblichen Genitalverstümmelung sowie das Recht auf Gesundheit und körperliche Unversehrtheit festgehalten sind, wird die Tradition weiterhin in vielen Ländern der Erde fortgesetzt.
Laut Schätzungen der UN waren allein im Jahr 2023 mindestens vier Millionen Mädchen der Gefahr ausgesetzt, Opfer von Female Genital Mutilation Cutting (FGM_C) zu werden. Die UN-Prognose für die nächsten zehn Jahre sieht sogar noch düsterer aus: Bis zu 70 Millionen Frauen könnten beschnitten werden, sollte diese Praktik nicht gestoppt werden.
Auch in Deutschland ist die Thematik präsent. Unter anderem deshalb, weil viele ins Land geflüchtete Frauen davon betroffen sind. Im hessischen Gießen, wo es eine Erstaufnahmeeinrichtung gibt, arbeitet auch die Ärztin Dr. Leonie Wohlklang. An der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Universitätsklinikum Gießen und Marburg am Standort Gießen hat sie im Frühjahr 2022 eine Sprechstunde speziell für von FGM_C betroffene Mädchen und Frauen gegründet.